„Den Menschen unsere Musik bringen…“

„Den Menschen unsere Musik bringen…“

Die Autorinnen von links: Susanne Gabriel , Kerstin Klingemann (hinten), Beate Weinert, Heike Spletzer, Doris Sawade-Stecher (hinten), Bettina Kubis, Christel Steinke, Renate Steinke


1995 – da fing es an, oben unterm Dach in der Wilhelmstraße 7. Bettina Kubis gab damals für die AWO Familienbildung Gitarrenkurse zur Liedbegleitung, die gerne angenommen wurden. Nach der ersten Übungsstunde konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits ein einfaches Lied begleiten – wer sich traute, sang auch dazu. Die Hornhaut an der linken Hand aufzubauen, damit die Akkorde auf der Gitarre möglichst schmerzfrei gegriffen werden konnten, bedeutete Übung und viel Geduld. Aber einige Teilnehmerinnen waren so begeistert, dass sie sich ein Leben ohne Gitarren spielen nicht mehr vorstellen konnten – sie blieben dabei. Acht Frauen, die etwas mit der AWO zu tun hatten – hauptberuflich, ehrenamtlich, als Mutter in der Kita, auf Reisen mit der Familienfreizeit der AWO oder als Freundin der Freundin. Wir hatten uns gesucht und gefunden. Verbunden durch die Musik und die Tätigkeit bei der AWO.

Manche kennen uns vielleicht als AWO-Roses und aktuell als OctAWOla von Sommerfesten, Ortsvereins-Feierlichkeiten, Dachkammerkonzerten, Grünkohlessen oder anderen Auftritten – es gab zahlreiche, die wir rund um die AWO hatten. Ob Schlager, Songs, Pop – Hauptsache es machte Spaß und berührte das Publikum. Es wurde mitgesungen und mitgeklatscht, gelacht und vielleicht floss auch mal eine Träne in Erinnerung an eine lange zurückliegende Zeit, die durch ein bestimmtes Lied wieder da war. Bei einem Sommerfest wurden wir buchstäblich von der Bühne geweht…. Uns hat das immer viel Freude gemacht, den Menschen unsere Musik zu bringen.

Ja, wir sind älter geworden, wir haben viel erlebt, Kinder wurden geboren und von manchen Menschen mussten wir uns verabschieden. Aber wir sind zusammen geblieben, sind manchen Weg gemeinsam gegangen und die Musik und das gemeinsame Singen war so oft wie eine warme Decke, mit der wir uns in kalten Zeiten zudecken konnten. Es gibt uns immer noch. Wir singen weiter bei der AWO – aus ganzem Herzen. Es ist nicht mehr oben unter dem Dach, wenn wir uns treffen, sondern das Erdgeschoss in der Wilhelmstraße 7 – irgendwie passend. Wir bleiben zusammen – so viel ist klar. Vielleicht hören wir uns mal wieder.