„Klick“

„Klick“

Melanie Schwab

Wo fängt ein soziales Miteinander an? Meiner Meinung nach geht es nicht immer darum, jemandem das Leben zu retten oder jeden Tag in das Altersheim nebenan zu gehen. Das soziale Miteinander fängt schon damit an, dass man einer fremden Person die Tür aufhält, oder den Knopf der Bahntür für jemanden drückt, der gerade aus der Puste angerannt kommt. Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die etwas ausmachen und leider heutzutage von vielen nicht als selbstverständlich beachtet werden.

Als Kind war man hilfsbereit, schloss Freundschaften mit anderen Kindern – egal, wo sie herkamen oder welche Hautfarbe sie hatten. Mit dem Alter fängt bei vielen das Schubladendenken an. Woher kommt er? Was für eine Religion hat er? Könnte er kriminell sein? Als Kinder waren wir doch alle gleich. Das Problem, was einige nicht verstehen ist, dass sich daran nichts geändert hat. Mensch ist Mensch. Aber manche werden ausgeschlossen. Das Ziel ist es, diese ausgeschlossenen Menschen mit in den Kreis zu nehmen.

Damals in der Schule gab es diesen Jungen. Er war anders, weil seine Eltern den Zeugen Jehovas angehörten. Er wurde ausgeschlossen, da ihm bestimmte Dinge verboten wurden. Daraus entwickelte sich ein aggressives Verhalten. Er war doch noch ein Kind. Jede Woche musste besprochen werden, was falsch gemacht wurde. Warum dieser Junge schon wieder beim Fußballspielen auf dem Pausenhof ausgeschlossen wurde. Je älter wir alle wurden, desto mehr haben wir verstanden, dass das falsch war. Er konnte nichts dafür, dass er anders war. Aber wir hätten ihm helfen können. Jeder Mensch möchte auf eine gewissen Art und Weise ein soziales Miteinander erleben. Stellen wir uns vor, wir wären dieser Junge mit einem strengen Glauben. Oder die alte Frau, die es nicht mehr alleine schafft, die Treppen herunter zu gehen. Es muss nur „Klick“ in den Köpfen machen, damit jeder die Hilfe bekommt, die er verdient.